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Wikipedia

Fast jeder nutzt Wikipedia: Schüler für Referate, Studenten für Diplomarbeiten, neugierige Wett-Partner. 356 Buch-Bände würde der Informationsgigant füllen. Aber: Die Netz-Enzyklopädie wird überflutet von Artikel-Änderungen.

Pro Minute sind es 26, am Tag 38.000. Mal ein Absatz, mal ein blumiges Adjektiv, oft nur schnöde Werbung, Beleidigungen oder stumpfer Unsinn. So bekriegen sich vor allem PR-Firmen, machen ihr Produkt zum größten, schönsten, besten.

So fanden Leser 2008 laut „FAZ“ zu den Mercedes-Benz-Lkw Actros, Atego und Axor wohlwollende PR-Prosa – eingestellt angeblich von einem Rechner im Daimler-Zentrum. Auch die Marketing-Abteilungen einiger Energiekonzerne sollen häufig in den „eigenen“ Artikeln Änderungen vornehmen – vor allem in denen, die sich mit den hauseigenen Kernkraftwerken beschäftigen. Kritik an der Kernkraft wird geschönt.

Wer also sichert die Qualität des gigantischen Wissens? „Circa 330 von der Gemeinschaft gewählte Administratoren prüfen, verbessern und korrigieren das Ganze“, so Catrin Schoneville von Wikimedia e.V. (die Internet-Bibliothek ist ein Verein, finanziert sich durch Spenden). Gewählt wird der, der sich in Forums-Diskussionen als besonnen und clever gibt. Der Schulabschluss ist egal.


Einer von ihnen: Der Kölner Robert Sch. (40). Der Familienvater ist seit 2004 dabei, wurde zum Administrator bestimmt. Er darf Einträge von jedem, der schreibt (mitmischen kann man bei Wikipedia unter dem Menupunkt „Mitmachen“), ändern.

„Ich verbringe jeden Tag zwischen einer halben und zwei Stunden mit dem Projekt“, so Sch. „Ich will die Sache voranbringen, mit unbekannten Menschen arbeiten, mich mit mir exotischen Themen beschäftigen.“

Aber „Superbass“, so sein Pseudonym im Lexikon, hat nicht nur Spaß. Schwierige Themen und Strittigkeiten werden im Forum von allen besprochen. „Mich nerven dort Endlosdiskussionen über Kleinigkeiten. Wenn etwas in Artikeln geändert oder von uns Administratoren gelöscht wurde, sollte man es auch akzeptieren.“

Hier aber gehen Kritiker auf die Palme: Wikipedia wird zensiert von Besserwissern, die entscheiden, was wichtig ist.

Catrin Schoneville: „Für solche Fälle haben wir einen Referenzkatalog entwickelt“. In diesem ist penibel genau beschrieben, welche Themen und Sachverhalte für Wikipedia relevant sind. Der Katalog behandelt sogar die scheinbar banalsten Dinge: So schaffen es in die Enzyklopädie nur Wanderwege, die länger als zehn Kilometer sind. Kürzere werden von den Administratoren gelöscht. Oder Comics, die in mindestens zwei Sprachen erschienen sind oder eine Auflage von mehr als 1000 Exemplaren aufweisen können. Eben das geordnete Wissens-Chaos.

Übrigens: Der aktuelle Dalai Lama, Tendzin Gyatsho, ist 74 Jahre alt.

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